Mein Weg zum Studium der Kirchenmusik
Meine erste musikalische Prägung ist sicher in
der Familie geschehen. Von den vielen, oft täglichen
Gottesdiensten in unserer Dorfkirche damals ist das Orgelspiel meiner Patentante
eine bis heute frische und andererseits tiefgehende, unvergessliche Erfahrung von
Musik für mich.
Im Elternhaus war und ist Klavierspiel (durch Vater und drei
Geschwister; hier findet
man übrigens etwas zu den anderen Profimusikern meiner
Familie) stets präsent und für mich zu einem
selbstverständlichen Idiom geworden, jedenfalls älter
als das Sprechen mit dem Mund. Unterricht erhielt ich bei meiner
Patentante Betty Studtrucker, am musischen Gymnasium in Erlangen bei KMD Frieder Hofmann. Die Absicht, Kirchenmusik zu studieren, entstand –
schätze ich - ungefähr in meinem 11. oder 12.
Lebensjahr und wurde seitdem nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt.
Der Wunsch, an der Stuttgarter Musikhochschule zu studieren, ist durch eine
Künstlerpersönlichkeit entstanden, die ich kurz vor dem
Abitur in einem Konzert hörte und von der ich unbedingt lernen wollte. Prof. Werner Jacob (damals auch Kantor an Sebald,
Nürnberg) hat mich in den sechs Studienjahren am meisten
musikalisch geprägt, als moderner Komponist war er auch der
ideale Vermittler für zeitgenössische Musik. Neben
dem selbstverständlichen Studium aller Bachwerke lag ihm
besonders die Pflege der Kompositionen von Max Reger am Herzen.
Wenigstens erwähnen möchte ich die für mich
entscheidenden Lehrer in Stuttgart: Ganz hervorragenden und fundierten
Unterricht erhielt ich in Improvisation von Prof. Willibald Bezler,
Ellwangen, zeitweise auch von Prof. Wolfgang Seiffen, damals Kevelaer am
Niederrhein, dessen romantisierende Klangarchitektonik mich lange Zeit beschäftigt hat.
Klavierunterricht bekam ich von Prof. Shoshana Rudiakov, einer
Lehrerin, der ich ebenfalls sehr viel Einsichten in die Musik verdanke.
Der Einzelunterricht in Musiktheorie bei Johannes Walter hat mir die
epochengerechte Zugangsweise für alle Kompositionen
ermöglicht und mich zum eigenen Komponieren encouragiert.
Die Welt des einstimmigen Singens hat mir Prof. Bernhard Schmid
eröffnet und über die Gregorianik hinaus mein
Chorleitungsverständnis stärker geprägt als
der eigentliche Schlagtechnikunterricht.
Nach dem breit und umfassend angelegten Kirchenmusikstudium wollte ich
noch zwei Aspekte vertiefen: Die Musikwissenschaft
und das künstlerische Orgelspiel.
Ich erhielt die Möglichkeit zu einem sogenannten
Künstlerisches Aufbaustudium bei Professor Werner Jacob. Vier Semester habe ich in diesem Zusammenhang
ausschließlich Orgel-Literatur-Unterricht erhalten. Diese
zwei Jahre gaben mir Gelegenheit, das Repertoire zu erweitern und einige
Praxis im Konzertieren zu erhalten.Meisterkurse bei Marie-Claire Alain, Haselböck, Kee und
anderen halfen mir immer wieder bei der Erweiterung des Horizontes.
Mit
einem Wort: Es war das für mich ideale Studium mit den
für mich idealen Lehrern. |